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Mit der Schultüte zum Motocross
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Mit der Schultüte zum MotocrossMit der Schultüte unter dem Arm, aber bereits im Renndress - so marschierte die kleine Theresa am Samstagnachmittag auf der Strecke am Pfauenhof ein. Zwei Stunden vorher hatte die Siebenjährige in ihrem Heimatort Obergimpern erstmals eine Schulbank kennen gelernt. Aber der neunte Lauf zur Deutschen Meisterschaft beim Motocrossclub Frankenbach war an diesem Tag viel wichtiger.Etliche Fahrer haben ihre Crossmaschine beherrscht, noch bevor sie lesen und schreiben konnten.
"Hier gefällt es mir besser", sagt Theresa und öffnet ihre Überraschungstüte, in der sie eine Barbiepuppe findet. Damit könnte sie sich schon befassen, aber Papa Reiner Börsch drängt zur Eile. Einige Minuten später steht das erste Training an, dann der Wertungslauf. Theresa wird in ihrer Klasse auf der kleinen Automatikmaschine nur Vorletzte. Am zweiten Tag ergattert sie dann aber einen Punkt. Ein klein wenig Ehrgeiz ist schon dabei, jedoch ist der Spaß am Fahren noch das Größte. Weil ihre Schwester Anna-Lisa (10) und ihr Bruder Philipp (9) mitfahren, musste der Papa ihr auch eine Maschine kaufen. Als Vierjährige probierte Theresa es zum ersten Mal. Sie hat viele Freunde im Fahrerlager. Man trifft sich ja fast jedes Wochenende auf den Rennplätzen. Zu den Freunden zählt auch Stefan, der Sohn von Jon Ekerold, des Motorrad-Weltmeisters von 1980 und Vize-Weltmeisters 1981. Anfang der 80er Jahre lieferte sich der Südafrikaner in der 350er-Klasse mit Deutschlands erfolgreichstem Straßen-Motorradfahrer, Anton Mang, fantastische Zweikämpfe. Jetzt lebt er in Schmelz im Saarland, und da der Apfel nicht weit vom Baum fällt, sind seine drei Söhne aus zweiter Ehe im Motocross gut dabei. Stefan beendete die Rennen in Frankenbach als Gesamt-Zweiter (Klasse 2), Bernhard (Klasse 3) als Neunter und Roland als Sieger (Klasse 4). Er bot den gut 500 Zuschauern mit dem Elsässer Francois Weil eine bis ins Ziel mitreißende Punktejagd. Jon Ekerold schwärmt von der Szene im Jugendmotocross. Nebenbei säubert er mit Sorgfalt die Ma-schine seines Sohnes. Er spricht von einer großen Familie, die viel Spaß hat. Papa Börsch ergänzt, viele Kinder würden sich freuen, wenn sie ein Wochenende so intensiv mit ihren Eltern verbringen könnten. Für Sorgenfalten im Gesicht sorgen allerdings Stürze der jungen Talente. Glück im Unglück hatte bei ihrer Premiere in einem Motocrossrennen Tanita Reinecke vom Veranstalterverein. Sie stürzte gleich nach dem Start schwer, musste mit dem Krankenwagen weggefahren werden. Nach zwei Stunden war sie jedoch mit einem dick bandagierten Bein wieder bei ihren Freunden. "Das gehört dazu, und nächstes Jahr steig' ich richtig ein ", sagte sie.
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Nur das ich kein Mädchen bin 